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Mit Pferdepower durchs Jahr

– Der „Hof Katzamühle“ stellt seine Arbeit mit den zwei Vierbeinern vor –

Hallo, wir sind die heilpädagogische Wohngruppe der ISA KOMPASS „Hof Katzamühle“ in Unterkatz.
Wir, dass sind aktuell 11 Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren, sechs Erzieherinnen, zwei Pferde, eine Katze, ein Hase und ab und an besuchen uns auch die Hunde der Pädagoginnen in der Wohngruppe.

Im kommenden Artikel soll es aber speziell um unsere zwei Pferde, Osires II und Splashed Tiberary gehen.

Osires II kurz Osi ist ein 18-Jähriger Warmblutwallach, der uns gefühlt, schon immer bei der Arbeit unterstützt, indem er unter anderem die kleinen und großen Reiter an der Longe geduldig über den Platz trägt. Wald und Wiesen sind ihm nicht geheuer und auch sonst sieht er hin und wieder ein Gespenst, doch sobald ein Kind auf seinem Rücken sitzt, ist er unser sanfte Riese.

Splashed Tiberary kurz Splash ist eine 8-Jährige Tinkerstute, die 2017 dank einer Spende unseres Paten, des ehemaligen Kapitäns des SV Werder-Bremen, Clemens Fritz, bei uns einzog.
Die gemütliche Stute ist zwar das komplette Gegenteil von Osi, dennoch möchten wir den kleinen Sturkopf bei Spaziergängen, Turneinlagen und im Alltag nicht mehr missen.

Unsere beiden Pferde haben einen geräumigen Stall zur Verfügung dessen Tor offen steht und somit erlaubt, dass die Tiere jederzeit raus gehen können. An dem Stall angrenzend befindet sich ein Auslauf. Der Stall wird hauptsächlich in den Wintermonaten, bei extrem schlechten Wetter oder übermäßiger Hitze genutzt. In den Sommermonaten stehen Splash und Osi auf den angrenzenden Weideflächen.

Doch wozu braucht ein „Kinderheim“ nun Pferde?

Nun, um es mit den Worten von Paul Mitscherlich zu sagen:
„Der Junge Mensch braucht seinesgleichen- nämlich Tiere,
überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.
Man kann ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen,
mit Teppichen, Stofftieren oder auch auf asphaltierten Straßen und Höfen.
Er überlebt es,
doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt.“

Getreu diesem Zitat, steht bei uns nicht das Erlernen der Reitkunst im Vordergrund, sondern die persönliche und soziale Entwicklung der uns anvertrauten Kinder. Schwerpunkte dabei sind die Förderung der Motorik, Konzentration, Ausdauer, Kommunikation, Fürsorge, Selbstwahrnehmung, Selbstwertsteigerung und bei Bedarf auch der Stressreduktion. Die Umsetzung des großen Vorhabens geschieht durch den direkten Kontakt und den Umgang mit den Pferden. Durch das Pflegen der Tiere, das Arbeiten im Stall, verschiedene Übungen am und auf dem geführten Pferd erlernen die Kinder, zum Einen Verantwortung für ein anderes Geschöpf zu übernehmen. Des Weiteren lernen sie sich selber besser kennen, denn Pferde sind sensible Tiere, die menschliches Verhalten direkt und unmittelbar spiegeln. Ein Beispiel: Bin ich ängstlich beim Führen, unter Zeitdruck, verärgert  oder gebe den Weg nicht vor, so wird mir mein Pferd (meistens) nicht folgen. Gehe ich jedoch aufrecht und zielstrebig und vermittle somit ein gewisses Maß an Sicherheit, wird es mir folgen. Das heißt, wir erlernen gemeinsam mit dem CO-Trainer Pferd Schritt für Schritt Vertrauen in die eigenen Stärken zu haben und zugleich Schwächen zu erkennen und zu stärken.

Etwas abseits vom Pferderücken planen wir kleinere „tierische“ Projekte mit unseren Kindern.
In diesem Jahr steht beispielsweise die Umgestaltung der Sattelkammer auf dem Plan.
Dunkel, unübersichtlich und zugestellt präsentiert sich der kleine Raum momentan. Ein paar Ideen schwirren den Pferdedamen bereits im Kopf umher. Aber vielleicht haben sie für uns weitere nützliche Anregungen zur besseren Raumgestaltung, die sie uns unter hpwg.unterkatz@isa-kompass.de zukommen lassen möchten. Selbstverständlich werden wir an späterer Stelle darüber berichten.

Mal abgesehen von solchen Highlights stellt sich Ihnen aber wahrscheinlich die Frage, wie nun der Alltag mit den Pferden aussieht? Wer kümmert sich den eigentlich um die Tiere? Müssen sich alle Kinder und Jugendlichen an den Angebot beteiligen? Und wer bringt ihnen all das bei?

Darüber erfahren Sie in den nächsten Wochen mehr, wenn es heißt: „Die Pferdedamen und der Pferdejunge stellen sich vor – ein ganz normaler Tag in der Wohngruppe“.

Denise Oberländer & Susanne Meukow

 

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Pferd Osi

ISA-KOMPASS_Unterkatz_Bild-Splash

Pferd Splash

ISA-KOMPASS_Unterkatz_Bild-Splash+Osi

Osi + Splash